Gemeinsam einsam: Liebe & Beziehungen im 21. Jahrhundert

Einsam fühlen trotz Beziehung! Gemeinsam und dennoch einsam, so kann man sicherlich den Gefühlszustand vieler moderner Pärchen beschreiben. Wenn man den technologischen Fortschritt betrachte, dann hat sich die Menschheit in den letzten Jahren rasant entwickelt. Wissenschaft, Technologie und Digitalisierung machten deutliche Sprünge und wir haben in den letzten hundert Jahren stets neue Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten dazugewonnen. Wir sammeln hunderte Facebook-Likes, Instagram-Follower und Youtube-Abonnenten; Doch wie sieht es auf der zwischenmenschlichen Ebene aus? 100 Jahre technische Innovation, aber auf der  zwischenmenschlichen Ebene schritt die Weiterentwicklung nur langsam voran. Eine Partnerschaft bedeutet zwar heutzutage mehr Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, aber meines Erachtens auch mehr Stress, Einsamkeit, Machtkampf und Unausgeglichenheit. In diesem Blog-Artikel möchte ich kurz meine Gedanken zu der heutigen Vorstellung von Liebe und Partnerschaft los werden. Ich werde vor allem über das Einsamkeitsgefühl innerhalb einer Beziehung bzw. Ehe sprechen.

Die Liebe kennt keine Zeit, sie benötigt jedoch deine Zeit!

Nimm dir Zeit für den Augenblick deines Lebens!

Nimm dir Zeit für die Augen die dich verzaubern!

Blicke in das Strahlen dieser einen Person die dich und dein jetziges Leben erfüllt!

Spüre die Kraft eurer Herzen – bleibe im gegenwärtigen Augenblick der Liebe!

Lasse es nicht zu, dass die Liebe zu deinem Liebsten neben deinem Alltag fließt!

Mache die Liebe zu deinem Liebsten zum Kern deines Alltags, ohne dich zu verlieren!

Thomas Schiebler

Warum fühlt man sich einsam?

Ob aus psychologischer oder spiritueller Sicht betrachtet, für die gefühlte Einsamkeit kann es viele Gründe geben. Ich möchte hier mehr auf die zwischenmenschliche Ebene eingehen und vor allem Partnerschaften, Beziehungen und die moderne Gesellschaft betrachten. Psychische Hintergründe und Krankheiten möchte ich an dieser Stelle nicht behandeln.

Sicherlich kennt der eine oder andere das Gefühl, trotz funktionierende Partnerschaft oder großen Freundeskreis schleicht sich immer wieder das Gefühl des Alleinseins und der Einsamkeit ein. Oftmals verbindet man Einsamkeit mit dem fehlenden persönlichen Kontakt und des physischen Alleinsein – doch dem ist nicht so. Einsam fühlt man sich insbesondere, wenn das seelischen und geistige Bedürfnis der Verbundenheit fehlt. Verbundenheit ist jedoch in der heutigen Welt nicht selbstverständlich.

Vor allem Menschen die sich bereits in der Kindheit nicht mit der Welt und den Menschen verbunden fühlten, leiden meist unter dem Gefühl des Abgekoppeltsein und der fehlenden Zugehörigkeit. Diese zarten Geschöpfe sind nach meiner Erfahrung meist von ihrem Wesen anders als der Großteil der Gesellschaft. Meist handelt es sich um zarte, gerechte, einfühlsame, mitfühlende, intelligente, tiefgründige, neugierige und sehr liebevolle Persönlichkeiten. Kein Wunder, dass es gerade solchen Menschen schwer fällt sich in der kälteren und oberflächlicheren Gesellschaft verbunden zu fühlen – denn ihre Lebensprinzipien und Denkmuster passen nicht in das allgemeine Gesellschaftsdenken.

Falls du dich hier wiederfindest und dich einsam fühlst, solltest du dein Fokus unbedingt auf Gleichgesinnte setzen. Glaub mir, du bist nicht allein! Du wirst solche Personen begegnen wenn du an ihrer Existenz glaubst. Denn wenn du dein Blick nur auf das negative und fehlende Puzzleteil richtest, siehst du auch nur die negativen Elemente – wechselt du jedoch die Blickrichtung und Denkweise zum positiven, wirst du diese erkennen sobald sie vor dir stehen.

Einsamkeit in einer Beziehung

An einer Liebesbeziehung haben viele eine große Erwartung, doch was sie nicht wissen, meist sind genau diese Erwartungen ein Defizit des eigenen Selbst. Ich möchte nicht sagen, dass diese Erwartungen nicht berechtigt sind, jedoch sollte die Liebe zum Partner nicht nur existieren dürfen, solange das eigene „Nichtkönnen“ vom Gegenüber ausgeglichen wird. Vor allem in Sachen Einsamkeit kann das eine wichtige Rolle spielen. Wer nur die fehlenden Elemente beim Partner sieht, fühlt sich auch nie ganz ergänzt und somit auch missverstanden und einsam.

Des weiteren konnte ich beobachten, dass in vielen Beziehungen die Zeit für das Miteinander fehlt. Partnerschaften, vor allem mit Kindern, sind meist nur noch auf das Funktionieren ausgerichtet.  Der Alltag muss gemeistert werden, Kindergarten, Schule, Hausaufgaben, Kinderbetreuung, Behördenangelegenheiten, Arztbesuche, Haushalt, Einkaufen und Kochen – all das bringt der Alltag mit sich. Da bleibt wenig Zeit für das Miteinander, der Verbundenheit, dem Teamgeist und das seelische Verschmelzen beider Partner. Umso wichtiger ist es, dies zu erkennen und miteinander aus dem Alltag zu fliehen. Nutzt die freie Zeit einerseits für euch alleine, aber auch gemeinsam. Lasst in eure Zweisamkeit zum Beispiel die Finger vom Handy oder anderen unwichtigen Dingen. Versucht einige abendliche Stunden in der Woche und am Wochenende für euch zu finden. Genießt zum Beispiel die Zweisamkeit ohne Zeitdruck und Ablenkungen bei romantischen Kerzenschein, tiefgründigen Gesprächen, ein Glas Wein, schöner Musik, liebevollen Berührungen, einer behutsamen sowie sinnlichen Sexualität und liebevollen Worten.

Zusätzlich sollte eine Partnerschaft auch nicht nur auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet bzw. davon abhängig sein. Was mir auffällt, viele Pärchen suchen eine gemeinsame Aufgabe in der sie sich komplett reinstürzen können – dabei sich aber oft selber vergessen. So können 5 Jahre Hausbau, gemeinsamer Unternehmensführung oder Kindererziehung anfänglich zusammenschweißen, aber schnell auch vom wesentlichen ablenken. Die Kunst ist es, gemeinsam und mit sich selber in Verbindung zu bleiben.

Verbindung zu sich selber & für sich selber sorgen in einer Partnerschaft

Mit den Wörtern Partnerschaft, Beziehung oder Ehe verbinden viele das gemeinsame Leben und teilweise auch das aufopfern der eigenen Bedürfnisse, damit der Partner glücklich wird.  Ich kann von mir aus sagen, dass ist eine trügerische Interpretation von einem gemeinsamen partnerschaftlichen Zusammenleben. Aus meiner Sicht bedeutet eine Partnerschaft nicht die Aufopferung der eigenen Bedürfnisse. Ich sehe eine Beziehung oder Ehe als großen geschützten Ort für das Entwickeln der eigenen Ziele, Wünsche und Stärken. Partnerschaftliche Liebe bedeutet für mich nicht zurückstecken, sondern die Möglichkeit sich gemeinsam frei entfalten zu können. Sobald man drosseln will oder gedrosselt wird, verliert die jeweilige Persönlichkeit an Individualität. Jeder Mensch hat seinen eigenen persönlichen Sinn, seine Träume, Ziele und Wünsche hier auf Erden. Stülpt man ein durchsichtiges Glas über die Wünsche und Bedürfnisse, so endet dies meist in Unzufriedenheit.

Um das Gefühl von Einsamkeit in einer Partnerschaft oder Ehe zu verhindern, ist es wichtig, dass jeder in einer Partnerschaft sich selber entfalten kann und der jeweilige Partner dabei unterstützend fungiert. Liebe ist mehr als nur jemanden an sich zu binden, Liebe bedeutet jemanden seine Freiheit zu lassen und ohne Fesseln „gemeinsam“ den eigenen Weg bestreiten zu können – nicht alleine!

Der Zwang & Stress der Erreichbarkeit durch Smartphones, WhatsApp und Facebook

Der technische Fortschritt hat nicht nur Vorteile mitgebracht. Vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene können Facebook, WhatsApp, Instagram und Co. erhebliche Nachteile mit sich bringen. Neben dem erhöhten Stress durch den verstärkten Zwang der Erreichbarkeit, können Smartphones ein weiterer Grund sein, sich trotz Beziehung einsam zu fühlen. Dabei ist dieses schreckliche Phänomen nicht nur bei Liebesbeziehungen zu beobachten, sondern auch bei Müttern, Vätern und ihren Kindern. Wenn ich bewusst durch die Straßen laufe, sehe ich erschreckend viele junge Mütter und Väter die von ihrem Handy bzw. Smartphone abgelenkt sind – während ihr Kind nach Beachtung ringt. Das Kind langweilt sich oder sucht die Nähe ihrer Eltern – die Mutter hingegen ist mit Selfies, Facebook, Snapchat oder Instagram beschäftigt. Man mag sich nicht vorstellen, welche psychischen Auswirkungen dies für das Kind bedeuten kann.

Diese Beobachtung kann man auch auf eine Partnerschaft oder Ehe beziehen. Wir sind heutzutage so mit unserem Smartphone beschäftigt, dass wir manchmal das Wesentliche aus den Augen verlieren. Früher war es das Fernsehen und das Spielen am PC – heute ist es das Handy. Da ein Selfie, dort schnell das Essen fotografieren und hier noch schnell auf einen Facebook-Kommentar antworten. Fürs Genießen ist heute keine Zeit mehr. Ich musste mit erschrecken feststellen, dass es auch bei Pärchen fast normal ist, das Smartphone beim Essen neben sich liegen zu haben. Das Essen achtsam genießen und sich Zeit für die Zweisamkeit zu nehmen, wird immer seltener. Kein Wunder, dass man sich trotz Beziehung einsam fühlt.

Veränderung der Kommunikation

Wie oben schon angemerkt, machten wir in den letzten Jahren einen rasanten technischen Fortschritt. Vor allem in den letzten 20 Jahren haben wir dank des Internets immer mehr Kommunikationsmöglichkeiten für uns entdeckt. Während der soziale Kontakt vor 25 Jahren noch verhäuft verbal, somit telefonisch und persönlich, stattfand – Geschriebenes noch eine liebevolle handschriftliche Form bekam – entwickelte sich mit der Zeit mitunter eine reine nonverbale Kommunikation. Es bedarf keine teuren Studien um zu erkennen, dass der schriftliche Anteil als Kommunikationsform in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist – SMS, E-Mail, ICQ, Skype, WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. haben dazu maßgeblich beigetragen.

Aus meiner Beobachtung schließe ich, dass unser Gehirn mitunter textbasierende Kommunikation mit Zuneigung verknüpft. Egal ob man darauf mehr oder weniger bewusst achtet, so spielen die Form, der Inhalt und die Art der Nachrichten eine wichtige Rolle um sich geborgen und verbunden zu fühlen. Wir haben unser Ego bzw. unser Bewusstsein an Textnachrichten gewöhnt. Auch wenn wir schriftlich nur schlecht Emotionen wiederspiegeln können, legen wir heutzutage großen Wert auf den Inhalt von WhatsApp-Nachrichten. Missverständnisse sind somit vorprogrammiert. Während man sich früher noch Zeit zum liebevollen gestalten und schreiben eines Briefes genommen hat, muss es heutzutage schnell gehen. Kurze und knappe Nachrichten können somit kalt rüber kommen und ein fehlendes Interesse suggerieren. Diese Missverständnisse können auch hier wieder dazu führen, sich unverstanden und einsam zu fühlen.

Für diese Problematik gibt es mehrere Lösungsansätze; Je nach dem welcher Typ du bist und welche Kommunikationsform du bevorzugst! Du kannst entweder den schriftlichen Kontakt auf ein Minimum reduzieren (deine Mitmenschen liebevoll darüber informieren) oder du nimmst bewusst Zeit zum Schreiben. Antworte also lieber später, dafür ausführlicher und bewusster – anstatt schnell, kurz und knapp. Nehme dir Zeit für deine Mitmenschen! Wer es noch sinnlicher möchte, kann sich auch an einem handgeschriebenen Brief wagen. Es gibt sicherlich auch noch heute Menschen, die sich freuen einmal im Monat einen liebevoll gestalteten Brief zu erhalten und zu schreiben.

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